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Gut oder Schlecht? – GoodNotes Review

Zum digitalen Mitschreiben von Tafelbildern in der Schule oder der Uni in handgeschriebener Form stehen in Kombination mit dem Apple Pencil mehrere Apps zur VerfĂŒgung. Zu ihnen zĂ€hlen unter anderem Microsoft's OneNote, Notability oder GoodNotes. Letzteres nutze ich im Schulalltag, weshalb im Review diese App genauer unter die Lupe genommen wird.


Hinter GoodNotes steckt das Entwicklerteam der Time Base Technology Limited. Die Anwendung wurde zuletzt vor sechs Monaten aktualisiert, doch hat es den Hintergrund, dass Version 5 zu einer selbstĂ€ndigen App wurde. Das Update mit der Versionsnummer 5.1.5 wurde erst vor einer Woche freigegeben. Das Programm kostet einmalig 8,99€, aber treue Kunden und Kundinnen lĂ€sst man nicht im Stich, da ihnen ein kostenloses oder vergĂŒnstigtes Upgrade geboten wird.

FunktionalitÀt


Beim ersten Öffnen existieren lediglich die Kategorien "Unkategorisiert" und ein Papierkorb. Ich habe dem Anwendungsgebiet getreu eine Kategorie namens Schule erstellt. Dazu gehören weitere Unterkategorien, die den SchulfĂ€chern entsprechen. In meinem Falle wĂ€re das nicht nötig, da pro Unterrichtsfach ein Notizbuch zu stande kam. FĂŒr jedes Notizbuch darf das passende aus den Vorlagen fĂŒr Titelseiten und liniatur gewĂ€hlt werden. Bei mir bewĂ€hrten sich die Templates mit dem grĂ¶ĂŸten Abstand in den Sprachen. In den Naturwissenschaften bevorzuge ich Karrierungen mit dem kleinsten Abstand. Zum Schreiben gibt es zwei Varianten: entweder ĂŒber das gesamte Blatt hinweg oder im Schreibfenster, das nur einen kleinen Ausschnitt zeigt. DafĂŒr werden mehr Tools und Einstellungsoptionen geboten.

Der Wechsel zwischen drei Farben ist binnen Bruchteil einer Sekunde vollzogen. Jede Farbe im Hexadezimalcode-Bereich steht zur Auswahl. Neben der Dicke des Radiergummis gibt es die Funktionen automatisches AbwĂ€hlen und löschen ganzer Linien. Ersteres deaktiviert den Radierer, sobald Finger oder Eingabestift den Bildschirm verlassen. Bei grĂ¶ĂŸeren Fehlern wĂ€re es hilfreich, wenn man den zu löschenden Bereich nur zu umkreisen brĂ€uchte.


Eine anfĂ€nglich unterschĂ€tzte Funktion erwies sich als Ă€ußerst praktisch. Die Templates haben keine RĂ€nder an den Seiten, wie es in Heften ĂŒblich ist. Deshalb kann digital ein gestrichelter Rand mit beliebiger Breite erschaffen werden mit dem Vorteil, dass er beim Export zu .pdf oder in der Seitenansicht verschwindet. Last but not least: gute Programme bieten die Option zum Widerrufen der neusten Änderungen, so auch GoodNotes. Ist das Notizbuch mit Lernstoff gefĂŒllt, so öffnet sich eine neue Seite mit selbem Design durch ein Wischen nach links.

Good or bad? - Nachteile abwÀgen


In der vorinstallierten Notizen-App hilft beim Zeichnen ein virtuelles Lineal. Im Zeichenmodus erkennt die App die Nutzereingabe, wodurch Überschriften in kĂŒrzester Zeit unterstrichen sind. In dem Anwendungsgebiet kĂ€me die Funktion "automatisches AbwĂ€hlen" seinem Nutzer gelegen. Es werden auch einfache Formen, wie Kreis, Drei- oder Viereck verbessert. Leider ist mir das Vorgehen des Algorithmus nicht schlĂŒssig, was mir prĂ€zise Zeichnungen, wie Graphen unmöglich macht. Daher nahm ich des hĂ€ufigeren den Umweg ĂŒber Geogebra. FĂŒr ein besseres Nutzererlebnis sind vorgefertige Koordinatensysteme oder zumindest Tabellen wĂŒnschenswert. Die Funktion hinter dem Textmarker-Symbol ist selbsterklĂ€rend. Das Lasso-Tool Ă€hnelt dem Markieren am PC. Das Wechseln der Farbe zĂ€hlt zu den Standards. So sorgte ich fĂŒr Verwunderung bei meinem Sitznachbar, als ich ohne einen Kommentar in pink schrieb. Im Gegensatz zu der Ausrichtung ist die ObjektgrĂ¶ĂŸe ist auch im Nachhinein Ă€nderbar.

Am Ende des Schuljahres oder einer Themeneinheit steht der Export zur Archivierung bevor. Welche Seiten exportiert werden, ist zweitrangig: nur die aktuelle, das gesamte Dokument oder eine benutzerdefinierte Zusammenstellung. Zur Auswahl stehen drei Optionen: .pdf, als Bilddatei oder GoodNotes eigenen Dateiformat. Letzteres nutze ich nie, da es sich nur mit der App öffnen lĂ€sst. Zur Synchronisierung ĂŒber mehrere GerĂ€te hinweg, bietet sich der automatische Austausch ĂŒber iCloud an. Das funktionierte hervorragend, bis auf die wenigen Ruckler, wenn auf zwei GerĂ€ten ein identisches Notizbuch betrachtet wird.

Fazit


Um zum Ende zu gelangen: GoodNotes begleitete mich das gesamte letzte Schuljahr durch die meisten Unterrichtsstunden. Man lernt ĂŒber die Monate hinweg besser mit den Möglichkeiten der App umzugehen. In den naturwissenschaftlichen FĂ€chern gibt es gerade im Bezug auf detaillierte Zeichnungen Luft nach oben. Aus diesem Anlass empfehle ich ein Muster- Koordinatensystem und eine Tabelle anzufertigen, die bei Bedarf kopiert werden. In der Testphase habe ich den Umstieg auf Version 5 noch nicht gewagt, da mein Ersteindruck alles andere als positiv war. Das liegt zu einem nicht geringen Teil daran, dass im Schreibfenster meiner Beobachtungen zufolge weniger Platz zur VerfĂŒgung steht.

Hinweis: Der Artikel entstand im Rahmen der Sendung radio.exe bei Radio Darmstadt. Alle Inhalte - Podcast & Skripte - gibt es online bei radioexe.de. Schalte an jedem vierten Sonntag im Monat live zu via 103,4MHz, DAB+ oder im weltweiten Stream!

©2019 Hessentrend/ Leon Ebersmann

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